Gutartige Pankreastumoren


In der Bauchspeicheldrüse können verschiedene gutartige Tumoren entstehen. Diese werden in die Hauptgruppen der endokrinen (hormonproduzierenden) und zystischen Pankreastumoren eingeteilt. Zu den häufigsten gutartigen Tumoren, welche nachfolgend kurz dargestellt werden, gehören das Insulinom sowie die zystischen Pankreasneoplasien.


Insulinom

Insulinome entstehen aus den Insulin produzierenden Zellen und sind somit meist hormonell aktiv und produzieren Insulin.

Als Hauptsymptome können Bewusstseinstrübungen und/oder Bewusstlosigkeit, leichte bis mässige Gewichtszunahme, Schweissausbrüche, Absenzen, Schwindel, Schwächegefühl, Heisshunger und Zittern auftreten.

Die meisten Insulinome sind solitär und klein (< 2 cm). Liegen mehrere Tumoren vor, so ist dies verdächtig auf das Vorliegen des Krankheitsbildes einer Multiplen Endokrinen Neoplasie (MEN) Typ I.

Die Diagnose erfolgt mittels CT, Endosonographie, sowie verschiedener Blutuntersuchungen.

 

Zystische Pankreasneoplasien


Pankreaszystadenome
Diese zystischen Tumoren weisen flüssigkeits- (serös) oder schleimgefüllte (muzinöse) Kammern (Zysten) auf (Abbildung 4). Sie können mehrere Zentimeter im Durchmesser erreichen. Zystische Pankreastumoren verursachen keine speziellen Beschwerden und werden deshalb oftmals als Zufallsbefunde diagnostiziert. Während seröse Zystadenome fast immer gutartig sind, können muzinöse Zystadenome maligne entarten und erfordern deshalb die chirurgische Entfernung.

Intra-Pankreatische Muzinöse Neoplasie (IPMN)
IPMN sind polypenähnliche Neubildungen in der Bauchspeicheldrüse ähnlich den Polypen im Dickdarm. Diese verursachen Erweiterungen und Aussackungen der Bauchspeicheldrüsengänge und erscheinen als zystische Strukturen. Wenn diese polypenähnlichen Neubildungen wachsen, kann dies ein Zeichen für Bösartigkeit sein und deshalb die Entfernung erforderlich machen.


Abbildung 4: Magnet-Resonanz-Tomographie eines grossen muzinösen Pankreaszystadenoms.

 

Diagnostik

Die Diagnose wird in der Regel durch CT und/oder MRI gestellt, nachdem meist sonographisch eine Raumforderung gefunden wurde. Eine Aspiration von Zysteninhalt kann erforderlich sein um zwischen gut- und bösartigen Adenomen zu unterscheiden. Dies kann durch eine Magenspiegelung erreicht werden.

 

Chirurgische Therapie

Bei gutartigen Tumoren, wie beispielsweise Insulinomen, ist es oftmals ausreichend, nur den Tumor aus dem Pankreasgewebe auszuschälen (enukleieren). Bei günstiger Lokalisation können diese Enukleationen auch über einen laparoskopischen Zugang durchgeführt werden, ohne dass dafür eine grosse Eröffnung der Bauchhöhle notwendig ist.

Selten muss auch bei gutartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse eine Whipple‘sche Operation (s. Therapie der bösartigen Pankreastumore) durchgeführt werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ein bösartiger Tumor vor der Operation nicht ausgeschlossen werden kann.

Wie bei den bösartigen Tumoren ist insbesondere bei den gutartigen (vorwiegend hormonproduzierenden) Tumoren der Bauchspeicheldrüse eine interdisziplinäre Abklärung und Therapieplanung notwendig.

Nur dadurch kann gewährleistet werden, dass diese Eingriffe heutzutage an spezialisierten Zentren mit einem vertretbaren Risiko durchgeführt werden.

 
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