Schlank durch Operation

 

Allgemeine Infos


Geschichte
Die Übergewichtschirurgie oder auch Adipositaschirurgie existiert bereits seit mehr als 30 Jahren. Anfangs waren es amerikanische Ärzte, die feststellten, dass Patienten, denen sie aufgrund einer Krebserkrankung einen Teil des Magens entfernt hatten, sehr schnell und deutlich an Gewicht verloren. In der Folge wurden unterschiedliche Methoden entwickelt, um stark übergewichtigen Menschen zu helfen, durch eine Operation schnell und nachhaltig abzunehmen. Viele der damals getesteten Verfahren wurden eingestellt, weil sie nicht den gewünschten Erfolg brachten oder für die Patienten ein hohes Risiko darstellten. Andere OP-Methoden wiederum wurden kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.


Pro und Kontra
Eine Operation birgt immer gewisse Risiken und sicher ist auch keine der hier dargestellten Operations-methode die erste Option im Kampf gegen die überflüssigen Pfunde. Trotzdem belegen Studien weltweit, dass die Adipositaschirurgie den grössten Gewichtsverlust sowie die nachhaltigste Verbesserung der allgemeinen gesundheitlichen Situation bewirkt. Die sogenannte SOS (Swedish Obese Subjects)-Studie zeigt, dass eine Reduktion des Körpergewichtes die negativen Folgeerscheinungen des Übergewichts mindert und die Lebenserwartung verbessert wird. Im Speziellen konnte gezeigt werden, dass die Mehrheit der Patienten mit Typ II Diabetes geheilt werden konnten. Ebenso ist Gewichtsreduktion assoziiert mit einer Senkung eines erhöhten Blutdrucks, des kardiovaskulären Risikos und dem Risiko für Gelenkarthrose. Schliesslich ist die Sterblichkeit im Langzeitverlauf nach erfolgreicher Operation deutlich vermindert im Vergleich zu übergewichtigen Patienten.

Ein weiterer positiver Aspekt ist sicher für viele Menschen das gesteigerte Selbstwertgefühl und der Gewinn an Lebensqualität. Auch unser Team ist immer wieder beeindruckt von der positiven äußeren, aber auch psychischen Veränderung unserer Patienten.

Dennoch sollte darauf hingewiesen werden, dass die Wundheilung und auch die Narkose gewisse Risiken bergen können. Diese sind sehr stark von Ihrer individuellen persönlichen Situation abhängig und wir werden Sie darüber sehr ausführlich informieren.


Vor der OP
Es kann sinnvoll sein, schon einige Wochen vor der Durchführung einer Operation die Ernährung umzustellen. Eine eiweissreiche Ernährung kann z.B. die Größe der Leber deutlich reduzieren und so die Operation für alle Beteiligten schneller und entspannter durchführbar machen. Auch der Nikotin- und Alkoholverzicht stärkt den Organismus und wirkt sich gerade bei der Narkose positiv aus. Über die Details informiert Sie unsere Ernährungsberaterin ausführlich in einem persönlichen Gespräch. Auch ist sie Ihnen bei der Umsetzung dieser Empfehlungen behilflich.


Nach der OP
Alle Operationsmethoden bewirken ein schnelleres Sättigungsempfinden und schränken die Nahrungsaufnahme deutlich ein. Dieser Effekt hat massgeblichen Einfluss auf Ihre Gewichtsabnahme. Der Magenbypass kann zudem auch die Fähigkeit des Darms, Zucker, Fette und Nährstoffe aufzunehmen verringern. Das hat positive Effekte auf die Kalorienzufuhr, kann aber auch mit dafür verantwortlich sein, dass gewisse Vitamine, Nährstoffe und Mineralien in Form von Tabletten oder auch Spritzen bzw. Infusionen verabreicht werden müssen. Auch hier unterstützen Sie unsere Ernährungsberaterinnen kompetent und mit viel Engagement, die angestrebten Ziele zu erreichen und die erzielten Gewichtserfolge dauerhaft zu halten.

 

Etablierte OP-Methoden
 

Schlauchmagen – Sleeve Resektion

Schlauchmagen – Sleeve Resektion

Bei dieser Operationsmethode wird ein Teil des Magens vollständig entfernt. Übrig bleibt ein ca. zwei bis drei Zentimeter schmaler Schlauch (Restmagen), durch den deutlich weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Auch setzt das Sättigungsempfinden dadurch viel schneller ein. Dies resultiert zum einen sicher aus der deutlichen Verkleinerung des Magenvolumens. Zum zweiten weisen neueste medizinische Studien darauf hin, dass die Produktion des so genannten Hungerhormones (Ghrelin), das hauptsächlich im Magenfundus produziert wird, deutlich verringert wird. Auch wenn diese Operationsmethode von uns recht häufig angewendet wird, muss betont werden, dass noch keine Langzeitergebnisse wie z.B. beim Magenbypass vorliegen. Dennoch zeigen unsere Behandlungserfolge und die der Kollegen, dass bei gewissenhafter und professioneller Nachsorge und Begleittherapie auch langfristig eine deutliche Gewichtsreduzierung möglich ist.

Ein Vorteil des Schlauchmagens liegt darin, dass die Operationsdauer meist kürzer ist als bei einem Magenbypass oder der BPD (Biliopankreatische Diversion). Auch wird diese Methode häufig als sogenannter Ersteingriff (Bridging) bei extrem übergewichtigen Menschen empfohlen. Nach einem erheblichen Gewichtsverlust und der Stabilisierung der allgemeinen gesundheitlichen Situation kann dann eine zweite Operation angeraten sein. Zum Beispiel die Umwandlung in einen Magenbypass oder der Einsatz der BPD-Methode.

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Roux-en-Y Magenbypass

Roux-en-Y Magenbypass

Der Magenbypass ist eine der am weitest verbreiteten und etablierten Methoden, durch einen chirurgischen Eingriff eine deutliche Gewichtsreduzierung zu erzielen. Hierbei wird ähnlich wie beim Schlauchmagen der Magen deutlich verkleinert, so das sehr viel weniger Nahrung aufgenommen werden kann (restriktive Komponente). Anders als beim Sleeve oder Schlauchmagen wird der Restmagen jedoch nicht vollständig entfernt, sondern verbleibt im Körper und produziert Verdauungssäfte. Ausserdem wird der Dünndarm so umgeleitet (Bypass), dass sich Nahrung und Verdauungssäfte erst später im Dünndarm vermengen können. Daher kann ein Teil der Kalorien (Fette und Zucker) nicht verdaut werden, sondern verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl. Die verminderte Aufnahmemöglichkeit von Kalorien, Fetten und Nährstoffen nennt man Malabsorption. Aufgrund dieser Wirkungsweise bezeichnen Experten dieses Verfahren auch als malabsorptives Verfahren oder als restriktiv-malabsorptives Verfahren.

Die verminderte Aufnahmemöglichkeit des Körpers für Zucker, Fette und auch andere Nahrungsbestandteile befördert den Gewichtsverlust. Zugleich können aber viele Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente vom Organismus durch diese operative Maßnahme schlechter aufgenommen werden. Dies kann eine zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Mineral- und Vitaminpräparaten erforderlich machen. Hierfür sollten jedes halbe Jahr Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt oder in unserem Zentrum stattfinden. Die von vielen Medizinern als ‚Gold-Standard' bezeichnete Methode wir von uns ebenfalls durchgeführt. Auch hier gilt, ähnlich wie bei den anderen Methoden, dass eine Entscheidung dafür oder dagegen sehr individuell zu treffen ist und nur in der persönlichen Beratung stattfinden kann.

Auch gibt es unterschiedliche Methoden dieses Verfahrens, die sich meist in der Länge der unterschiedlichen Dünndarmbereiche (Schlingen) unterscheiden. Aber auch die Grösse des verkleinerten Magens (Pouches) kann variieren. In unserem Zentrum informieren wir dich sehr ausführlich darüber, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Varianten bieten.

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Das Magenband

Das Magenband

Laparoskopisch, also über nur einige kleine Bauchschnitte von wenigen Zentimetern Grösse, wird das Band um den oberen Teil des Magens gelegt und das Reservoir unter der Haut platziert. Das Band kann ohne eine weitere Operation von außen über das Reservoir justiert werden. Es teilt den Vormagen vom Restmagen ab und wirkt somit restriktiv, schränkt also die Nahrungsaufnahme ein und führt über die Dehnung des Vormagens zu einem schnelleren Sättigungsgefühl.

Durch die Justierung des Bandes können die Nahrungsmenge und die Durchflussgeschwindigkeit individuell dosiert werden, mit welcher die Nahrung den unteren Restmagen erreicht. Ein Vorteil ist hier sicher die Tatsache, dass keinerlei irreversible Veränderung am Verdauungstrakt vorgenommen wird. Das heisst, der Eingriff kann wieder rückgängig gemacht werden. Auch bietet die Justierbarkeit des Bandes die Möglichkeit, auf veränderte Gewichtssituationen oder auch gesundheitliche Veränderungen sehr individuell einzugehen.

Nach häufig auftretenden Komplikationen, die hauptsächlich mit dem Verrutschen des Bandes und dem Einwachsen des Bandes in den Verdauungstrakt in Verbindung gebracht wurden, haben viele Behandlungszentren und Kliniken die Methode wieder verworfen oder setzen diese nur sehr noch selten ein. In unserer Klinik wird das Band nur in ganz seltenen und besonderen Fällen eingebaut. Im Gegenteil, wenn wir in unserem Klinikalltag Kontakt mit dem Magenband haben, betrifft dies Fälle, in denen wir das Magenband herausnehmen und durch einen Roux-en-Y Magenbypass ersetzen.   

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Biliopankreatische Teilung

Biliopankreatische Teilung

Dieses Verfahren wird nur von wenigen Zentren in der Schweiz durchgeführt, weil es von der OP-Technik als auch von der Nachsorge nach dem Eingriff besonders anspruchsvoll ist. Auch wenn diese Methode minimalinvasiv ist, also in der Schlüssellochtechnik durchgeführt wird, bezeichnen es viele Experten als die zwar wirkungsvollste Methode, die aber zugleich den massivsten Eingriff darstellt. Im weitesten Sinne entspricht die Biliopankreatische Teilung einer Magenbypass-Operation, jedoch wird, anders wie beim Magenbypass, in diesem Falle der Restmagen entfernt. Ausserdem wird die Darmpassage, welche die Verdauungssäfte mit der Nahrung verbindet, erst viel später mit dem nahrungsführenden Darm verbunden, so dass der Körper noch weniger Nahrungsbestandteile verwerten kann als beim Bypass.

International gilt diese Methode als etabliertes Standardverfahren und wird häufig gerade bei extrem übergewichtigen Menschen ab einen BMI von weit über 50 eingesetzt. Auch besteht die Möglichkeit, einen Magenbypass oder einen Sleeve in eine BPD umzuwandeln, wenn die vorherigen Methoden nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben oder es Jahre später zu einem erneuten Gewichtsanstieg kommt. Studien belegen, dass die Biliopankreatische Teilung neben dem hohen Gewichtsverlust auch die besten Ergebnisse im Bereich der Insulinregulierung erbringt. Fast alle Typ-2-Diabetiker, die sich einer solchen Operation unterziehen, können nach der Operation auf die zusätzliche Einnahme von Insulinpräparaten oder andere diese Krankheit betreffende Medikamente verzichten bzw. die Dosierung stark einschränken. Auch hier können wir nur in einem persönlichen Gespräch die Möglichkeiten abwägen, ob diese Methode für Sie geeignet ist oder nicht.

 


OP-Methoden unter Beobachtung

Omega Loop-(„Mini“) Bypass

Omega Loop-(„Mini“) Bypass

Auch hierbei handelt es sich um eine Variante des Magenbypasses, die zwar schon lange praktiziert wird, sich in der Schweiz bisher aber nie richtig durchsetzen konnte. Sie unterscheidet sich von den Standard-Bypassmethoden zum einen dadurch, dass der Magenpouch (Magentasche), der die Nahrung aufnimmt, etwas größer bleibt. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass der Dünndarm nicht durchtrennt, sondern ca. 200 cm hinter dem Ende des Zwölffingerdarmes mit dem Pouch verbunden wird. Befürworter dieser Technik führen weniger Operationsnähte und bessere Ergebnisse beim Gewichtsverlust als Vorteile an. Kritiker verweisen wiederum auf ein erhöhtes Risiko der Krebs- und Geschwürbildung im Bereich des Magenpouches, verursacht durch den Kontakt zwischen Gallensaft und Magenschleimhaut. Auch wenn es dazu für den Mini-Bypass derzeit keine Daten zur Häufigkeit dieser Langzeitkomplikationen gibt, zeigen Erfahrungen mit anderen, ähnlichen OP Verfahren in der Geschichte deutlich, dass hier ein ernsthaftes Problem dieser OP Methode liegen könnte. Zusammenfassend muss man feststellen, dass die uns zur Verfügung stehenden Daten zum Mini-Bypass derzeit keine seriöse Einschätzung zum Stellenwert des Verfahrens sowohl in Bezug auf die metabolischen Effekte als auch in Bezug auf die Gewichtsreduktion zulassen.

Der Magenballon

Der Magenballon

Auch wenn es sich beim Magenballon nicht um einen klassischen chirurgischen Eingriff mit Vollnarkose und Skalpell handelt, soll er an dieser Stelle kurz erwähnt werden. Vor allem weil wir in der Sprechstunde immer wieder danach gefragt bzw. darauf angesprochen werden. Der Magenballon in einem endoskopischen Verfahren durch den Mund und Rachen in den Magen eingeführt. Dabei wird durch einen mit Kochsalzlösung angereicherten Ballon ein Teil des Magens gefüllt. In der Folge soll ein schnelleres Sättigungsgefühl entstehen, wobei in unserer Erfahrung der Erfolg dieses Systems nicht nur von der Motivation, sondern auch von der Leidensfähigkeit der Patienten abhängt. Letzteres vor allem, weil die Patienten sehr stark mit anhaltender Übelkeit und wiederholendem Erbrechen zu kämpfen haben. Der Magenballon spielt daher an unserem Zentrum keine wichtige Rolle in der Behandlung des Übergewichtes. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Kosten von den Krankenversicherungen nicht übernommen werden.

 

Spezialsprechstunde: Adipositas (Bariatrische Chrirurgie)

Umfassende Diagnose und Behandlung der Adipositas durch ein hochspezialisiertes Team von national und international bekannten Experten. Wir verfügen über langjährige chirurgische Erfahrung auf dem gesamten Spektrum der Bariatrischen Chirurgie.


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