Ernährungsberatung

Allgemeines

Der Ernährungszustand einer Patientin oder eines Patienten spielt eine wichtige Rolle hinsichtlich der Genesung und der Verhinderung von Komplikationen nach operativen Eingriffen.

Die Erkenntnis, dass ein Mangelernährungszustand ein wesentlicher Risikofaktor für eine Patientin oder einen Patienten darstellt, ist international erkannt worden und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Anteil an Mangelernährten ist insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen, welche sich einer Bauchoperation unterziehen müssen, sehr hoch.
Aus diesen Gründen haben wir ein multidisziplinäres Team gebildet, welches sich eigens dem Problem der Mangelernährung widmet.

 

Was bedeutet Mangelernährung?

Mangelernährung ist ein Defizit des Körpers an sogenannten Makro- und Mikronährstoffen (Eiweisse, Mineralien und Vitamine). Die Mangelernährung führt unter anderem zu Muskelschwäche und einer Beeinträchtigung des Immunsystems.

 


Ernährungsteam

Das Ernährungsteam ist ein interdisziplinäres Team, welches sich aus Chirurgen, Mitgliedern der Ernährungsberatung und Intensivmedizinern zusammensetzt.
Das Team betreut diejenigen Patientinnen und Patienten, welche bei Eintritt ein Mangelernährungszustand aufweisen.

Den Mitgliedern der Ernährungsberatung, die ein integraler Bestandteil des Ernährungsteams sind, wird eine besondere Bedeutung beigemessen.


Ziele

Sämtliche Patientinnen und Patienten an unserer Klinik werden anhand eines Screening-Verfahrens bezüglich ihres Ernährungszustandes untersucht. Dazu wird ein sogenanntes 'nutrition risk assessment' nach internationalem Standard durchgeführt. Falls eine Mangelernährung entdeckt wird, werden die betroffenen Patientinnen und Patienten weiter abgeklärt und durch das Ernährungsteam betreut.
Zudem werden Patientinnen und Patienten, welche einen erhöhten Bedarf an oder eine eingeschränkte Zufuhr von Nährstoffen aufgrund einer Operation haben, ebenfalls vom Ernährungsteam beurteilt und betreut. Anhand der individuellen Bedürfnisse wird ein Ernährungsplan erstellt.

Auf diese Weise erfahren alle Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlung auf einem hohen wissenschaftlichem Niveau.

Ein anderer Schwerpunkt bildet die Entwicklung von modernen Ernährungskonzepten, welche den Kostaufbau nach einer Operation bei unseren Patientinnen und Patienten definiert.

 

Nahrungsfasern

Nahrungsfasern

Nahrungsfasern („Ballaststoffe") sind Bestandteile pflanzlicher Zellen, die von den menschlichen Verdauungsenzymen nicht abgebaut werden können. Sie quellen im Magendarmtrakt auf und führen unter anderem zu einem weichen Stuhl.

Nahrungsfasern sind enthalten in:

  • Vollkorngetreide und deren Produkten (z.B. Brot, Teigwaren, Kleie, Schrot, Flocken, Mehl)
  • Hülsenfrüchten (z.B. Linsen, weisse Bohnen, getrocknete Erbsen, Kichererbsen)
  • Gemüsen, Salaten
  • Früchten, Trockenfrüchten
  • Nüssen und Samen

Praktische Tipps und Tricks:

  • Der Darm muss sich langsam an eine grössere Nahrungsfasermenge gewöhnen. Bauen Sie deshalb nahrungsfaserreiche Produkte schrittweise in ihre Ernährung ein.
  • Damit die Nahrungsfasern richtig wirken können, brauchen Sie genügend Flüssigkeit. Trinken Sie deshalb mindestens 1½ - 2 l Getränke pro Tag.

Steigern Sie die Nahrungsfaserzufuhr indem Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Essen Sie täglich fünf Portionen Früchte oder Gemüse/Salate. Zum Beispiel zum Znüni eine Frucht, beim Mittagessen eine grosse Portion Gemüse, zum Zvieri eine Frucht, zum Znacht ein Salat und danach nochmals eine Frucht.
  • Verwenden Sie vorwiegend Vollkornprodukte, zum Beispiel Vollkornbrot, Grahambrot, Knäckebrot, Vollreis, Vollkornteigwaren.
  • Aber auch andere Stärkeprodukte wie Kartoffeln, weisses Brot, weisser Reis und weisse Teigwaren und Getreideflocken enthalten eine gewisse Menge Nahrungsfasern. Essen Sie deshalb generell mehr pflanzliche Nahrungsmittel und weniger tierische.
  • Falls Sie zusätzlich konzentrierte Nahrungsfaser-Lieferanten wie Weizenkleie, Leinsamen oder Dörrfrüchte verwenden wollen, müssen Sie auf eine genügend grosse zusätzliche Flüssigkeitszufuhr achten: Pro Esslöffel Kleie oder Leinsamen sollten Sie gleichzeitig zusätzlich 2 dl Flüssigkeit zu sich nehmen.