Alfred Brunner

 

Professor Alfred Brunner (1890 – 1972)

  • Geboren am 30. August 1890 in Diessenhofen als Sohn des Apothekers im Haus zum Goldenen Leuen.

  • Medizinstudium in Zürich, Lausanne, Berlin, Wien, München und wiederum in Zürich.

  • 1915 Staatsexamen.

  • Ab 1915 Assistent der Chirurgie in Zürich unter Sauerbruch, dem er 1918 nach München folgte.



 

  • 1923 Habilitation in München. Heirat mit der Schwester der Gattin des späteren Münchner Ordinarius Rudolf Zenker.
  • 1926 Wahl zum Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Kantonsspitals St. Gallen.
  • 1941 Berufung nach Zürich als Nachfolger von Paul Clairmont. Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik.

Alfred Brunner, damals in der Schweiz die unbestrittene Autorität für Thoraxchirurgie und Tuberkulosebehandlung, brachte die Thoraxchirurgie zurück nach Zürich. Als die Tuberkulose dank den neuen tuberkulostatischen Medikamenten zurückging und das Karzinom an Bedeutung gewann, führte er 1946 die erste Pneumonektomie in der Schweiz durch, zuerst bei Bronchustuberkulose und kurz darauf wegen Bronchuskarzinom.

Als mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der Chirurgie in gewaltiger Entwicklungsschub einsetzte und mit dem Aufkommen der Antibiotika die Hospitalisationszeiten abnehmen, erkannte Brunner schon früh, dass die bisher monolithische Klinik mit ihren über 360 Betten nicht mehr zeitgemäss war. Bereits 1948 wurde auf seinen Antrag hin die Neurochirurgie abgetrennt. Die Anästhesie, die Urologie sowie die Plastische und Wiederherstellungschirurgie anvertraute Brunner in der Folge spezialisierten Oberärzten und wies so der weiteren Entwicklung den Weg.

  • 1956 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (nach Theodor Kocher als zweiter und letzter gebürtiger Schweizer).
  • 1961 Am 16. April wurde Alfred Brunner emeritiert und übergab die nun aufgeteilte Klinik dem Schweden Ake Senning (Chirurgie A) and seinem früheren Schüler Hans-Ulrich Buff (Chirurgie B). Die Urologie und die Anästhesiologie wurden selbständig.
  • 1962 und folge Jahre: Chefredaktor der „Helvetica Chirurgica Acta“ und im Auftrag der FMH Neueinteilung der Spitäler in Weiterbildungskategorien.
  • 1964 erscheint die zweite Auflage seiner „Chirurgie er Lungen und des Brustfells.“
  • Am 17. August 1972 stirbt Alfred Brunner in Zürich nach nur kurzem Leiden.

 

Literatur

  • Brunner A.: Die chirurgische Behandlung der Lungentuberkulose.
    Verlag Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1924.
  • Brunner A.: Chirurgie der Lungen und des Brustfells, 2. vollständig neubearbeitete Auflage. Steinkopff Verlag, Darmstadt 1964.
  • Largiadèr F.: Chirurgie. In: Zürcher Spitalgeschichte Band 3, 394-397. Herausgegeben vom Regierungsrat des Kantons Zürich, Zürich 2000.
  • Tanner-Weder Ch.: Alfred Brunner und die Entwicklung der Thoraxchirurgie. Inaug. Dissertation, Zürich 1980.